
Resistenztest
Nachweis von Fungizidresistenzen
Resistenztest
Durch den unerlässlichen Einsatz von Fungiziden in der Landwirtschaft, werden bei den Schadpilzen Stämme mit Reistenzen gegen die eingesetzten Wirkstoffe selektiert.
Um sicher zu stellen, dass die von Ihnen benutzten Fungizide Ihre Pflanzen noch optimal schützen, bieten wir Ihnen eine Untersuchung zur Fungizidresistenz an.
Der durch Venturia inaequalis hervorgerufene Schorfbefall ist die bedeutendste Pilzkrankheit im Apfelanbau. In zunehmendem Maße bildet der Schorferreger Resistenzen gegenüber den eingesetzten Wirkstoffen. Resistenzgefährdet sind vor allem die spezifischen Wirkstoffe aus den Gruppen der Sterolbiosyntheseinhibitoren (Difenoconazol, Penconazol, Mefentrifluconazol, Tebuconazol), der Anilinopyrimidine (Cyprodinil, Pyrimethanil), der Strobilurine (Trifloxystrobin, Pyraclostrobin, Kresoxim-methyl) und der Succinatdehydrogenaseinhibitoren (Boscalid, Fluopyram, Cyflufenamid, Fluxapyroxad). Auch für den Wirkstoff Dodine finden sich Nachweise von weniger empfindlichen Schorfpopulationen in der Literatur und für Dithianon konnten in den letzten Jahren Schorfpopulationen aus der Bodenseeregion mit verringerter Sensitivität identifiziert werden.
Zur Festlegung der geeigneten Schorfbekämpfungsstrategie in Ihrer Anlage, ist es von Vorteil den Resistenzstatus Ihrer Schorfpopulation zu kennen. Um die Sensitivität der Schorfpopulation in Ihrer Anlage gegenüber den von Ihnen applizierten Produkten zu testen, brauchen Sie uns lediglich ca. 100 mit Schorf befallene Blätter aus Ihrer Apfelanlage zuzusenden (siehe Probenbegleitblatt). Möchten Sie Ascosporen untersuchen lassen, dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.
Für den in-vivo Resistenztest werden Konidien oder Ascosporen von den Blättern gewaschen und handveredelte Apfelbäume mit dem Schorferreger inokuliert. Je nach Wirkstoff erfolgt die Behandlung mit Fungizid vor oder nach der Inokulation in verschieden Konzentrationen. Etwa zwei bis drei Wochen nach der Inokulation werden die Schorfsymptome ausgewertet.
Protektiv eingesetzte Wirkstoffe (Fluxapyroxad, Trifloxystrobin, Dodin, Captan, Dithianon) können in-vitro getestet werden, indem der Schorferreger mit dem zu testenden Präparat gemischt und die Keimungsrate der Konidien mikroskopisch ausgezählt wird.
Die Wirkung der eingesetzten Wirkstoffkonzentration wird errechnet und die Dosis-Wirkungs-Kurve mit der Basissensitivität verglichen. Durch den Test und ggf. eine Änderung Ihres Spritzplans können Sie den Schutz vor Blattschorf und Fruchtschorf in Ihrer Obstanlage optimieren.

Dosis-Wirkungskurven und daraus berechnete ED90-Werte von Dithianon gegen verschiedener Schorfpopulationen aus dem Bodenseegebiet: Sensitive Populationen (Standard) wurden mit 1,8 ppm Dithianon zu 90% am Keimen gehindert, wogegen bei einer Population selbst die empfohlene Anwendungskonzentration (AWK) von 350ppm nur noch bei 80% der Konidien die Keimung verhinderte.


